Zum Hauptinhalt springen

ÜBER MOSELKERN

PFARRKIRCHE ST. VALERIUS


Die Pfarrkirche St. Valerius gehört zu den bedeutenden historischen Bauwerken in Moselkern und prägt bis heute das Ortsbild. Sie ist nicht nur ein Ort des Glaubens und der Begegnung, sondern auch ein wertvolles Zeugnis der Bau und Kunstgeschichte der Region. Besonders bemerkenswert ist, dass sich die Kirche in zwei Punkten deutlich von vielen Dorfkirchen im Moselraum unterscheidet: Zum einen gilt ihr Kirchenschiff als einer der wenigen frühklassizistischen Kirchenbauten im ehemaligen Kurfürstentum Trier, zum anderen besitzt ihre Innenausstattung eine außergewöhnliche künstlerische und religiöse Aussagekraft.

Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist der romanische Westturm, der aus dem 12. Jahrhundert stammt. Er besteht aus verputztem Schieferbruchstein und erhebt sich in fünf Geschossen über dem Kirchenbau. Mit seinem Zeltdach, den schmalen Schlitzfenstern sowie den romanischen Zwillings und Drillingsfenstern im oberen Geschoss vermittelt er bis heute einen Eindruck von der mittelalterlichen Baukunst. Der Eingang zur Kirche führt durch das unterste Turmgeschoss hindurch und verbindet damit den ältesten Teil des Bauwerks unmittelbar mit dem später errichteten Kirchenschiff.

Das heutige Kirchenschiff wurde in den Jahren 1789 und 1790 neu erbaut. Es ersetzte einen älteren Kirchenbau und wurde als Saalkirche mit Empore und einem weit geöffneten Chorraum gestaltet. Außen zeigt sich das Kirchenschiff schlicht und unverputzt, wodurch der Bau eine klare und zurückhaltende Wirkung erhält. Gerade diese schlichte Formensprache ist typisch für den frühen Klassizismus und macht die Kirche zu einem besonderen Beispiel sakraler Architektur im Trierer Kurfürstentum.

Auch die Geschichte der Kirche reicht weit zurück. Die Pfarrkirche St. Valerius wurde ursprünglich als Filialkirche des Stiftes St. Martin und St. Severus in Münstermaifeld gegründet. Von dieser langen Vergangenheit zeugt vor allem der romanische Turm, der über viele Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben ist. Mit dem Neubau des Kirchenschiffs am Ende des 18. Jahrhunderts erhielt die Kirche ihre heutige Grundgestalt.

Eine besondere Bedeutung besitzt die Innenausstattung, die vor allem zwischen 1937 und 1962 durch Pfarrer Emil Freichel geprägt wurde. Er entwickelte ein umfassendes Gestaltungsprogramm, in dessen Mittelpunkt Christus als Christkönig steht. Dargestellt wird Christus als triumphierender und in der Welt wirkender Herrscher. Diese Ausrichtung hatte nicht nur eine religiöse Bedeutung, sondern war zur Zeit des Nationalsozialismus auch ein bewusstes geistliches Zeichen gegen die damalige Ideologie. Damit erhält die Ausstattung der Kirche eine zusätzliche historische Tiefe.

Die Raumwirkung im Inneren wird besonders durch die eindrucksvollen Glasfenster bestimmt. Sie wurden in den Jahren 1950 bis 1954 von Anton Wendling geschaffen, einem namhaften Kunstprofessor und Glaskünstler. Seine Fenster verleihen dem Kirchenraum eine besondere Atmosphäre und verbinden Licht, Farbe und religiöse Symbolik auf eindrucksvolle Weise. Durch sie erhält die Pfarrkirche St. Valerius einen hohen kunsthistorischen Wert.

Auch der Kirchhof rund um die Kirche ist Teil des historischen Ensembles. Hier befinden sich mehrere bemerkenswerte Denkmäler und Zeugnisse vergangener Jahrhunderte. Über dem Turmportal ist ein Vesperbild aus dem Jahr 1681 zu sehen, das die trauernde Maria mit dem Leichnam Jesu darstellt. Ein Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert bildet gemeinsam mit Assistenzfiguren des ehemaligen Hochaltars eine Kreuzigungsgruppe. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Grabplatte aus dem Jahr 1671, die früher als Außenaltar der Kirche diente.

Weitere historische Grabmale und Kreuze befinden sich ebenfalls auf dem Kirchhof. Dazu zählen unter anderem ein Grabkreuz aus Basaltlava von 1766 mit der Darstellung der Sieben Schmerzen Mariens, ein Grabkreuz von 1755, ein Basaltkreuz aus dem Jahr 1766 sowie eine Grabplatte von 1791. Auch eine Marienkrönung aus dem frühen 18. Jahrhundert, ein Grabmal mit Vase und ein Kriegerdenkmal im Stil eines neubarocken reliefierten Pylons gehören zu den sehenswerten Elementen des Kirchhofs.

Die Pfarrkirche St. Valerius ist im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Landkreis Cochem Zell aufgeführt. Damit ist sie offiziell als Kulturdenkmal anerkannt. Sie vereint romanische Baugeschichte, frühklassizistische Architektur, kunstvolle Glasgestaltung und bedeutende religiöse Zeugnisse verschiedener Jahrhunderte. Für Moselkern ist St. Valerius deshalb weit mehr als eine Dorfkirche. Sie ist ein Ort der Geschichte, der Kunst, des Glaubens und der Erinnerung.


Forstbetrieb Herter

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!