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WOHNMOBILPARK


Eröffnung des Areals für Camper nahe dem Elzbach in Moselkern ist für den 23. Mai geplant

Moselkern. Was sich auf einer Fläche an der Mündung des Elzbaches in Moselkern abspielt, bezeichnet Ortsbürgermeister Josef Weckbecker als „Metamorphose“: Aus dem früheren, sichtbar in die Jahre gekommenen Campingplatz „Tor zur Eltz“ wird ein nagelneuer und hochmoderner Wohnmobilstellplatz, der Raum für 55 Mobile bietet. Aus nachvollziehbaren Gründen hat diese Verwandlung um einiges länger gedauert als die einer Raupe zum Schmetterling. Welche das waren und wann der Wandlungsprozess abgeschlossen sein wird, darüber hat unsere Redaktion mit den Beteiligten gesprochen.
Mithilfe eines Teleskopstaplers hebt Lars Bogdanski, Beigeordneter der rund 600 Einwohner zählenden Ortsgemeinde Moselkern, eine von Grün- und Grautönen dominierte Holzhütte an. Der Erste Beigeordnete, Pascal Bressan, und ein weiterer Arbeiter schrauben so lange an den Füßen der Hütte, bis sie gerade auf einer frisch gepflasterten Fläche rechts des Elzbachs steht. Die besagte Hütte beherbergt das Herzstück der Technik, die künftig für den weitgehend automatisierten Betrieb des Wohnmobilstellplatzes „Tor zur Eltz“ nötig ist.
Der Platz soll künftig „von der Gemeinde betrieben werden, um dann einen positiven Haushalt zu bekommen“, hält Ortsbürgermeister Weckbecker fest. Die Kasse ist, wie bei nahezu allen anderen Kommunen, chronisch klamm. Optionen zur Nutzung von Windkraft oder Photovoltaik, um die Einnahmesituation in nennenswertem Umfang zu verbessern, hat die Gemeinde nicht, heben der Ortschef und die Beigeordneten hervor. Die ersten Überlegungen zur Umwandlung des Campingplatzes in einen von der Gemeinde betriebenen Wohnmobilstellplatz habe es nach der Kommunalwahl 2024 gegeben. Allerdings lief zu der Zeit auch der Vertrag mit dem Pächter des Campingplatzes noch bis zum Ende des Jahres. Dieser habe, blickt Weckbecker zurück, aus Altersgründen nicht weitermachen wollen.
Und der Platz war auch deshalb in keinem guten Zustand, weil er vom Sommerhochwasser Mitte Juli 2021 schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war. Und direkt nach Beginn der ersten Überlegungen zu einer zukunftssicheren Wiederherstellung des Platzes Mitte 2024 kam noch einmal ein Hochwasser dazwischen, im Oktober. Auf dem Gelände an der Elzbachmündung steigt der Pegel sehr schnell massiv an, wenn die unweit der Bundesstraße 416 fließende Mosel Hochwasser führt.
Für ihre Ideen zur Verwandlung des Campingplatzes in einen Wohnmobilstellplatz beantragte die Gemeinde Weckbecker zufolge letztlich Mittel aus der Hochwasserhilfe. In die Planungen war zwar auch ein Ingenieurbüro eingebunden. „Sehr vieles ist aber auch dank kreativer Ideen der beiden Beigeordneten entstanden“, lobt der Ortschef. Und die große Einsatzbereitschaft vieler ehrenamtlicher Helfer betonen die Gemeindespitzen besonders. Vor allem beim Räumen des alten Platzes, doch auch darüber hinaus, sei das Mitwirken vorbildlich gewesen.
Immer wieder gab es allerdings auch Punkte, für die Lösungen von Profis gefragt waren. Die Versorgungsleitungen und das nötige Equipment für den Stellplatz hochwassersicher herzustellen, war ein solch schwieriger Punkt. Der Energieversorger legte eine komplett neue Stromzuleitung vom Dorf her, die per Düker unterhalb des Elzbachs verlegt wurde, erläutert Pascal Bressan. In einem wasserdichten Schacht führen die Versorgungsleitungen zum Technikgebäude. „In 1,5 Stunden kann hier bei Hochwasser nach einem Notfallplan alles geräumt werden“, sagt Lars Bogdanksi.
Unter „alles“ fällt nicht nur das besagte Technikgebäude. Auch die Dusch- und Toilettenhütten, optisch so gestaltet wie die Technikherberge, zählen dazu. Eine Kamera wird die Kennzeichen der Wohnmobile erfassen, die den Platz nutzen. Die Camper ziehen am Eingang Chipkarten, die sich freischalten lassen und so die Nutzung der Infrastruktur ermöglichen. Der Wohnmobilstellplatz ist per Glasfaser ans Internet angeschlossen. An den Stellplätzen stehen Versorgungssäulen bereit.
Ahornbäume, frisch gesäter Rasen und eine Hecke, die den Platz rundherum vor allzu neugierigen Blicken schützt, tragen – zusammen mit dem leisen Plätschern des nahen Elzbachs – zu einer Urlaubsidylle bei. Trotz der nahen B416. Die Stellplätze in einem inneren Ring werden naturbelassen sein, in einem äußeren Ring bilden Rasengittersteine den Untergrund, erläutert Ortschef Weckbecker.
Wie viel Geld die Umwandlung des Campingplatzes „Tor zur Eltz“ zum automatisierten Wohnmobilstellplatz letztlich verschlingen wird, steht noch nicht fest. Anfangs war von einer Investition in Richtung 250.000 Euro die Rede gewesen. Aber es gab sowohl unvorhergesehene Kosten als auch viel Eigenleistung.
Was schon feststeht: Am Samstag, 23. Mai, 15 Uhr, soll Moselkerns neuer Wohnmobilstellplatz feierlich eröffnet werden. Dann werde es sicherlich auch noch einmal ums Zahlenwerk gehen, sagt die Gemeindespitze. Doch vor allem sollen sich die Gäste dann davon überzeugen können, wie viel der Platz nach der Metamorphose auch optisch hermacht. Und die Webseite, die für die Platznutzung von Bedeutung ist, soll an dem Tag ebenfalls freigeschaltet werden.
„Sehr vieles ist dank kreativer Ideen der beiden Beigeordneten entstanden.“
Josef Weckbecker, Ortsbürgmeister der Gemeinde Moselkern, zur Umwandlung des Campingplatzes „Tor zur Eltz“ in einen Wohnmobilstellplatz
„In 1,5 Stunden kann hier bei Hochwasser nach einem Notfallplan alles geräumt werden.“
Lars Bogdanski, Beigeordneter der Gemeinde Moselkern

Quelle: Rhein Zeitung


Forstbetrieb Herter

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